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Hey zusammen, ich (m, 30, Schweiz) stecke gerade in einer ziemlich ausweglosen Situation und hoffe auf ehrlichen Rat von Leuten, die vielleicht Ähnliches erlebt haben oder sich im System auskennen. Kurz zu mir: Ich habe einen KV EFZ Abschluss und über 7 Jahre Berufserfahrung in verschiedenen kaufmännischen Bereichen (Inside Sales in IT, Versicherungen, Backoffice, Kundendienst etc.). Allerdings hatte ich mehrere Stellenwechsel. Was auch einer der gründe ist weshalb ich so schwer an eine neue Stelle komme. Im März 2025 wurde ich gekündigt und freigestellt. Seitdem bin ich auf Jobsuche, aber ehrlich gesagt ohne Erfolg. Ich bekomme kaum Einladungen, egal ob Privatwirtschaft oder öffentliche Verwaltung. Dann kam alles noch schlimmer: Im August 2025 wurde ich auf einem Zebrastreifen von einem Lastwagen angefahren. Verletzungen:

  • Hüftbruch
  • Ellenbogenbruch (beides konservativ verheilt)
  • leichte Hirnerschütterung → daraus hat sich ein postkommotionelles Syndrom entwickelt Seitdem bin ich krankgeschrieben (bis heute). Meine aktuellen Symptome:
  • starke Erschöpfung nach kurzer Zeit
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Konzentrationsprobleme
  • Bildschirmarbeit länger als ~2h kaum möglich
  • Druckgefühl im Kopf / Halsbereich Zusätzlich habe ich ADHS (Diagnose seit 2004), was die ganze Sache vermutlich verstärkt. Ich bin aktuell bei der SUVA und bekomme Taggelder. Parallel bin ich beim RAV gemeldet (aber 100% arbeitsunfähig, daher bringen sie mir nichts). Ich habe mich im November 2025 bei der IV gemeldet, mit dem Wunsch nach Wiedereingliederung bzw. Umschulung. Mein Gedanke war: kompletter Neustart, evtl. Umschulung EFZ (Elektro, Heizung), weil ich merke, dass Büroarbeit (v.a. Bildschirm) für mich aktuell extrem schwierig ist. Körperliche Arbeit ist für mich kein Problem, da ich körperlich robust bin und auch sportlich. Mir macht es nichts aus mir die hände dreckig zu machen. ABER jetzt kommt das Hauptproblem: Meine Ärzte (Hausarzt + Psychiaterin) stellen plötzlich keine Arztzeugnisse mehr aus bzw. werden sehr zurückhaltend. Gleichzeitig wurde ich in eine Memory Clinic überwiesen für neurologische Abklärungen. Ich verstehe das nicht ganz: Einerseits laufen Abklärungen, andererseits soll ich plötzlich nicht mehr arbeitsunfähig sein? Wenn ich keine Arztzeugnisse mehr bekomme: → schliesst die SUVA den Fall → ohne SUVA wird es mit der IV-Umschulung schwierig → ich lande wieder voll im RAV → aber finde seit über einem Jahr keinen Job im KV-Bereich Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, komplett zwischen den Systemen zu hängen. Meine Fragen an euch:
  • War jemand in einer ähnlichen Situation (Unfall + kognitive Probleme + IV/SUVA/RAV)?
  • Wie seid ihr damit umgegangen, wenn Ärzte plötzlich keine Zeugnisse mehr ausstellen wollten?
  • Ist es realistisch, dass die IV eine Umschulung bewilligt (auch in einen komplett anderen Bereich)?
  • Würdet ihr an meiner Stelle weiter auf Umschulung setzen oder versuchen, irgendwie wieder in einen Job reinzukommen (auch unter Niveau)?
  • Wie argumentiert man am besten gegenüber Ärzten / IV, wenn die Symptome real sind, aber schwer messbar? Ich habe Familie (Frau + Tochter), daher ist der Druck natürlich ziemlich hoch. Ich wäre auch offen für andere Jobs auf dem Bau, bsp im Strassenbau als Quereinsteiger, jedoch kann ich zu hohe Lohneinbussen nicht in Kauf nehmen, daher bin hoffe ich auf eine IV unterstützte Umschulung. Ich bin ehrlich gesagt gerade ziemlich ratlos, wie ich strategisch weitermachen soll. Danke an alle, die sich die Zeit nehmen 🙏 submitted by /u/Objective_Dark2561

Originally posted by u/Objective_Dark2561 on r/Switzerland