Hoi zäme, ich muss mir das mal von der Seele schreiben und brauche eine realistische Einschätzung von euch. Wir wohnen im Fricktal (Region Kaisten), sind zu dritt (Partnerin, 3-jähriges Kind) und ich bin aktuell Alleinverdiener mit 6.500 CHF netto (13 Monatslöhne). Eigentlich klingt das nach “okayem” Geld, aber wenn ich die Fixkosten anschaue, fühle ich mich wie ein Statist aus einer Doku über Erwerbsarmut. Hier ist die Realität: Miete: 2.000 CHF (warm) – für die Region eigentlich noch fair. Krankenkasse: Allein für mich 477 CHF (wegen chronischer Erkrankung/teurem Medikament brauche ich die 300er Franchise). Dazu kommen Partnerin und Kind. Der Rest: Steuern, Versicherungen, Mobilität im ländlichen AG, Lebensmittel für 3 Personen… Das Problem: Am Ende des Monats bleibt absolut null übrig. Wenn das Auto eine Reparatur braucht oder der Zahnarzt ruft, brennt die Hütte. Wir leisten uns keinen Luxus, gehen kaum auswärts essen und unser einziger Urlaub im Jahr ist ein All-Inclusive-Trip für maximal 2.500 CHF für uns alle zusammen. Mehr liegt schlicht nicht drin. Was mir zusätzlich schlaflose Nächte bereitet: Ich bin jetzt 45. In diesem Alter sollte man eigentlich für später vorsorgen, aber eine Säule 3a ist momentan reines Wunschdenken – woher nehmen? Wir sind zudem nicht verheiratet, was uns steuerlich auch nicht gerade hilft. Der Antrag auf Prämienverbilligung (IPV) im Aargau läuft zwar, aber ich frage mich: Ist das jetzt der neue Standard im Mittelstand? Dass man mit einem vollen Pensum und 20 Jahren Berufserfahrung kaum mehr eine kleine Familie über Wasser halten kann, ohne jeden Rappen dreimal umzudrehen? Geht es anderen im Aargau/Fricktal ähnlich? Wie überlebt ihr mit einem Kind und nur einem Einkommen, ohne komplett auszubrennen oder die Altersvorsorge komplett zu ignorieren? Bin gespannt auf eure Meinungen/Tipps. submitted by /u/Beneficial-Hawk-5212
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