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Ich habe jetzt mal das Urteil vom BVGer gefunden und durchgelesen. https://bvger.weblaw.ch/pdf/B-3186-2024_2026-09-21_dcd73752-4fb4-4402-ba39-eaca892b3498.pdf Die Argumentation von Swisscom war unter anderem, dass die Glasfaser nicht reguliert werden kann: […]mit Ablehnung von Art. 11 E-FMG und Erlass von Art. 3a FMG habe der Gesetzgeber einen Vorbehalt im Sinne von Art. 3 Abs. 1 KG geschaffen und sich explizit gegen jede Re- gulierung des Glasfaserbaus und des Glasfaserzugangs auf der letzten Meile entschieden. Wenn ich das ganze richtig interpretiere, dann war die Zeitlinie so: 2018: Parlament berät über neues Fernmeldegesetz, Bundesrat wollte, dass der Gesetzgeber den Zugang zu Glasfaser-Teilnehmeranschlüssen regulieren kann. Art. 11c Technologieneutraler Zugang zum Teilnehmeranschluss 1 Zur Förderung wirksamen Wettbewerbs beim Erbringen von Fernmeldediensten kann der Bundesrat vorsehen, dass marktbeherrschende Anbieterinnen von Fernmeldediensten anderen Anbieterinnen den Zugang zu leitungsgebundenen, nicht auf Doppelader-Metallleitung basierenden Teilnehmeranschlüssen gewähren müssen. Die Zugangsverpflichtungen können darin bestehen: a. den vollständig entbündelten Zugang zum Teilnehmeranschluss zur Nutzung von dessen gesamter Übertragungskapazität zu gewähren; b. einen Datenstrom zum Teilnehmeranschluss zur Nutzung von dessen gesamter Übertragungskapazität bereitzustellen. September 2018: Nationalrat streicht Art. 11c aus dem Gesetz (127 zu 57). November 2018: Ständerat streicht den Artikel ebenfalls (22 zu 19). März 2019: Gesetz wird verabschieded. Februar 2020: Swisscom verkündet, sie stellen auf P2MP um. Januar 2021: Gesetz tritt in Kraft. Würde mal sagen, Swisscom hat erfolgreich lobbyiert, um nach dem Glasfaserausbau weiterhin die volle Kontrolle über die letzte Meile zu behalten und hat sich wohl ausgerechnet, dass die Coaxialtechnologie ausgereizt ist und dass danach ebenfalls UPC/Sunrise ihre Glasfaser nutzen werden. Ich mag mich jetzt wieder daran erinnern, dass ich die Ablehnung des Artikels mitbekam und das ziemlich idiotisch fand. In spätestens 1 Monat (Frist für Weiterzug ans Bundesgericht) wird wohl die Swisscom grossspurig verkünden, wie sie jezt endlich den Leuten tolle Glasfaser anbieten könne, und so einen super tollen Job dabei mache, aber ihnen leider andere in die Quere kommen. Dabei wollen sie doch nur günstig und schnell tolles Internet bieten. Siehe ihre Meldung zum WEKO-Entscheid: https://www.swisscom.ch/de/about/news/2024/04/25-weko-glasfaser.html Ich habe die Abstimmungsdaten noch nicht gesucht, aber ich würde mal stark davon ausgehen, dass Mitte-Rechts für die Streichung des Artikels gestummen hatte. Bei uns hat Swisscom wahrscheinlich schon den Ausbau auf FTTS fertiggestellt, da bei uns fast 98% Erschliessung angezeigt wird, wir seit 2021 “Glasfaser” haben sollten, aber keine hatten. Tolle “Glasfaser” mit maximal 500Mbit up and down. Ein absolut schlechter Witz. Ich freu mich auf Monopolisten-Glasfaser in Müllqualität. Danke Parlament, danke Swisscom. Japp, ich bin fucking angepisst, jetzt haben wir so lange gewartet, und wir kriegen Temu-Glasfaser, damit Swisscom sich fettverdienen kann, indem die technologische Entwicklung ausgebremst wird. Von einem faktischen Bundesbetrieb. Wo der Bund ja ein Interesse daran haben sollte, dass wir weiterhin gute Standortbedingungen haben. Vielleicht hat jemand hier noch weitere gute Infos oder kann mich korrigieren. submitted by /u/Thercon_Jair

Originally posted by u/Thercon_Jair on r/Switzerland