Hallo zusammen, ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben. Vielleicht kennt das jemand aici, vielleicht brauche ich auch einfach nur ein Ventil. Ich bin bilingual, habe eine schnelle Auffassungsgabe und liebe es, mich an den kleinen, schönen Dingen des Lebens zu erfreuen. Aber ich stecke in einer Sackgasse, die mich wahnsinnig macht: Ich habe eine 69%-IV-Rente. Das Problem? Das System sieht nur die Prozente, nicht den Menschen. Die EL (Ergänzungsleistungen) rechnen mir ein „hypothetisches Einkommen“ an – Geld, das ich gar nicht verdiene, aber das mir von meiner Unterstützung abgezogen wird. Um dieses „Phantom-Geld“ loszuwerden, soll ich mich bewerben. Dabei ist es mein grösster Wunsch, im 1. Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Ich möchte arbeiten, ich möchte dazugehören. Aber nach all den Absagen verliere ich langsam die Hoffnung. Die grosse Lücke in meinem Lebenslauf scheint für viele Arbeitgeber wie eine unüberwindbare Mauer zu sein. Man bekommt oft gar keine echte Chance, zu zeigen, was man kann. Meine Belastbarkeit ist leider nicht linear. Ich stehe morgens oft vor einer Wand. Die IV verweigert mir ein Coaching, weil sie meine Situation nicht richtig greifen können. Man bietet mir zwar Einarbeitungszuschüsse an, aber wer stellt jemanden ein, der zwar kompetent ist, aber Termine absagen muss, wenn die Energie weg ist? Ich fühle mich wie in einem sozialen Jetlag. Ich will, aber ich kann nicht immer so, wie das System es verlangt. Während die Behörden über meine „Arbeitsbemühungen“ urteilen, versuche ich einfach nur, meinen Kopf über Wasser zu halten. Manchmal stelle ich mich extra „blöd“ oder ziehe mich zurück, nur damit die Leute aufhören, Unmögliches von mir zu erwarten. Aber eigentlich will ich nur einen Platz, an dem meine Stärken zählen und meine Schwächen nicht bestraft werden. Gibt es hier jemanden, der diesen bürokratischen Wahnsinn auch durchmacht? Wie behaltet ihr die Hoffnung, wenn die Lücke im Lebenslauf immer grösser wird? submitted by /u/Master-Ad-7752
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